Gracias Mexico!

Sogar ein Boot namens Victoria gab es in Xochimilco.

Wir sitzen am Flughafen in Panama – es ist also Zeit, ein Mexiko-Fazit zu ziehen. Ich hatte keine Erwartungen, sie wurden aber alle übertroffen. Viele hilfsbereite Menschen, super leckeres Essen und eine interessante Kultur. Manches bleibt aber unlogisch für mich.

Der letzte ganze Tag in Mexiko war ganz schön stressig für uns. Davon will ich kurz erzählen und dann ein Mexiko-Recap geben. Zwei einzelne Texte schaffe ich einfach nicht mehr. Desculpe!

Erst um kurz vor 7 Uhr morgens kam unser Nachtbus aus Puerto Escondido durch den Stadtverkehr geschlängelt in Mexiko City an. Dort traf uns der Schlag: Vom schwülheißen Wetter in Puerto Escondido ging es ins kalte Mexiko City. Wir mussten beide unsere Winterjacke anziehen, so kalt war es! Unser Uber-Fahrer hatte Handschuhe an.

Nachdem wir schnell unser Gepäck ins Hotel verfrachteten und frühstückten, fuhren wir ins Axolotl-Museum. Es hat mich gefuchst, was es mit diesem Tier hier in Mexiko auf sich hat. Und: Wir haben viel erfahren. Also: Das Axolotl ist ein Lurch (aus der Familie der Querzahnlurche, wenn ihr es genau wissen wollt) und es lebt ausschließlich in den Kanälen Mexiko Citys (Xochimilco) und in den Seen der Umgebung. Dort ist es vom Aussterben bedroht, vor allem durch die Umweltverschmutzung. Axolotl bedeutet im übertragenen Sinne Wassermonster. Und natürlich haben die Mexikaner früher sehr viel in diese Tiere hineinprojiziert. Es ist ein bisschen wie bei den Griechen mit ihren Göttern. Das Besondere am Axolotl: Es bleibt immer eine Larve, verändert auch mit der Geschlechtsreife nicht das Aussehen. Wie genau das funktioniert, kann mir vielleicht ein*e Biologiekundige*r noch einmal genauer erklären. Leider bekam ich dort im Axolotl-Museum leider kein schönes axoloteliges Andenken.

Ein schwarzes Axolotl im Museum, hatte bestimmt eine Länge von 15cm, falls ihr euch fragt. (Foto: vku)

Nach der Lurchkunde fuhren wir zu den Kanälen von Xochimilco und wollten einfach nur zusehen. Wir wussten, dass eine Bootsfahrt vermutlich zu lang dauern und zu zweit auch einfach zu viel kosten würde. Für kurz vor 5 hatten wir nämlich Tickets für das Frida-Kahlo-Museum. Und die Distanzen sollte man niemals unterschätzen in Mexiko City (es ist wirklich unglaublich: Man braucht teils über eine Stunde vom einen in den anderen Stadtteil). Es kam natürlich anders: Ein sehr nettes US-amerikanisches Pärchen sprach uns an und fragte, ob wir mit ihnen eine Runde fahren wollen. Nach ein wenig Hin und Her sagten wir, dass wir eine Stunde Zeit, aber kein Bargeld mehr hätten. War für sie beides okay. Xochimilco ist wie ein Basar auf dem Wasser. Auf die bunt bemalten Holzboote (auf dem Beitragsbild seht ihr eines mit meinem Namen) passen bestimmt 20 Leute, man kann essen, trinken, feiern. Bands spielen, Händler verkaufen von anderen Booten herunter alles mögliche. Für Geburtstage, Hochzeiten etc. sicher super. Für uns faszinierend und (für mich) verstörend zugleich, da ich ja nun wusste, wie schlecht es den Axolotln hier auch wegen dieser üppigen Feierei geht.

Jedes Boot trägt einen anderen Namen. Man kann auch für den Namen zahlen, natürlich. (Foto: vku)

Im Casa Azul im Stadtteil Coyoacan hat Frida Kahlo viele Jahre ihres Lebens verbracht. Nur vier Jahre nach ihrem Tod (1954 war der) wurde das Haus zu einem Museum umfunktioniert. Das Haus zeigt viele Gegenstände aus ihrem Alltag, wie sie gelebt hat, aber auch verstörendes, etwa das Bett, in dem sie gestorben ist und die Totenmaske. Eigentlich ging es im Museum gar nicht so sehr um ihre Kunstwerke, sondern eher um ihr Leben. Durch eine Ausstellung, die ich im Frühjahr in München über sie gesehen hatte, wusste ich das meiste schon. Die Menschenmassen, die sich durchdrängten, waren unheimlich. Trotzdem waren das Haus und der Garten sehr schön hergerichtet. Auf alle Fälle eine Empfehlung (vor allem für Kunstinteressierte), die Karten müssen aber im Voraus gebucht werden.

Der Garten von Frida Kahlos Haus. Blau war das Haus übrigens schon zu ihrer Lebzeit. (Foto: vku)

Am Abend haben wir noch Pozole gegessen. Mal wieder in einem Lokal, in dem keiner war (das ging uns in Mazunte schon so), aber das Personal war nett und die Bewertungen super, also wagten wir es. Und wurden belohnt;) Das Essen war super und kurz nach uns kam dann auch noch eine große Gruppe zum Essen. Pozole ist übrigens eine Suppe mit nixtamalisierten Maiskörnern als Basis (an alle Nicht-Chemiker*innen: Viel Spaß beim Nachlesen, was das bedeutet!), wir hatten sie in vegetarischer Form mit Pilzen.

Recap: Muchas Gracias, Mexico!

Leider sind die etwas mehr als zwei Wochen sehr schnell vergangen. Ich hätte es noch länger ausgehalten. Die Hauptstadt ist nicht ganz meins, viel zu groß, zu weitläufig, aber in den richtigen Stadtvierteln (etwa Coyoacan oder Condesa) auch schön grün und charmant. Richtig schön ist Oaxaca. Die Natur ist super schön, die Geschichte der Urvölker spannend und das Essen unfassbar lecker. Den Brauch, dass jeder Mensch ein Schutztier hat, finde ich schön. Auch sehr süß umgesetzt mit den bunt bemalten Alebrije, die es in vielen Läden zu kaufen gibt. Viel über die Bräuche und Geschichte Oaxacas kann man wohl im Disney-Film „Coco“ lernen, falls es euch interessiert (wer mag ihn mit mir schauen?).

Die Küste ist sehr schön und entspannt, Mazunte schöner als Puerto Escondido – und die öffentlichen Transportmöglichkeiten abenteuerlich. Die Colectivos (Planwägen mit etwa sechs Sitzen) fahren regelmäßig, man hält sie einfach auf der Straße an. Wie viel sie genau kosten, wussten wir aber bis zum Schluss nicht. Die Hinfahrt nach Mazunte hat 50 Pesos gekostet. Der Weg zurück nur 25, obwohl die Strecke gleich lang war. Die Delfinbusse hält man ebenfalls am Highway einfach an. Sie waren immer überfüllt, als wir drin waren. Der nette Fahrer hat uns glücklicherweise am Busbahnhof herausgelassen, obwohl das nicht auf seiner Strecke lag. Mit Durchfragen und viel Reden kommt man generell (fast) immer zu den gewünschten Infos. Und sicher habe ich mich auch immer gefühlt. Ein Foto eines Colectivos reiche ich noch nach (mein Internet am Handy ist schon verbraucht am Flughafen in Panama).

Jetzt geht es nach Brasilien. Für dieses Land mache ich diese Reise vor allem, deshalb bin ich besonders gespannt. Wir wurden viel vor Taschendieben gewarnt und werden sehr wachsam sein. Ich freu mich aber auch einfach riesig.


Entdecke mehr von victoriakunzmann

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten