Mezcal for the Magic

Eine Mezcal-Brauerei bei Oaxaca.

Que rico! Wie lecker! Über das mexikanische Essen wusste ich vor unserer Reise nicht viel. Nur das, was man von mexikanischen Restaurantketten in Deutschland eben weiß. Seit ich hier bin, weiß ich: Es ist vielfältig, gesund und richtig lecker. Die Getränke übrigens auch.

Es ist wirklich schwierig, mit Blog-Beiträgen am Ball zu bleiben. Wir erleben jeden Tag etwas Neues und ich habe ehrlicherweise nicht jeden Tag die Zeit, die Energie, die Muse, um einen neuen Beitrag zu schreiben. Perdón!

Deshalb werde ich es so handhaben, dass ich natürlich Themen sammle und Notizen mache – aber schreibe, wenn mir danach ist und wonach mir ist. Heute also ein sehr wichtiges Thema: la comida. Me gusta mucha.

Vorweg: Die mexikanische Küche ist grundsätzlich erst einmal fleischlastig und scharf. Aber wir haben zum Glück herausgefunden, dass es so viel mehr als Tacos con Carne gibt. Hier sind ein paar Sachen, die wir mochten.

Tlayuda: Wir wollten es unbedingt essen, seit wir in der Markthalle gesehen haben, dass es jeder isst. Und dass es auch eine vegetarische Variante gibt. Also haben wir es heute gegessen, als wir bei Hierve el Agua waren. Und es schmeckt fantastisch! Für mich das bisher beste Essen. Tlayuda ist ein dünner Teigfladen (wie ein Wrap bei uns), der mit einer Mole (einer typischen mexikanischen Soße) bestrichen und danach mit Gemüse belegt wird. Wir hatten Tomaten, Pilze, den typischen Oaxaca Queso (Käse von hier) und Blüten darauf, wir tippen, dass sie von der Zucchini-Pflanze kommen. Sind uns aber nicht ganz sicher. Es ist nicht ganz einfach zu essen, vor allem, wenn man danach etwas mit seinen Händen machen will. Das ist aber auch der einzige Nachteil:)

Tlayuda mit Tomaten, Pilzen, Flores.
Tlayuda mit Tomaten, Pilzen, Flores. (Alle Fotos: vku)

Enchiladas: Der Name kommt einem vielleicht aus Deutschland bekannt vor. Enchiladas sind gefüllte Teigrollen, aber der Teig ähnelt eher einem Pfannkuchenteig. Normalerweise füllt man sie mit Fleisch, natürlich. Ich hatte sie in Puebla in einem vegetarischen Restaurant mit einer Art Frischkäse gefüllt. Drei Stück, mit drei verschiedenen Soßen, einer roten, einer grünen und einer Mole. Natürlich.

Mole: Also, was hat es mit dieser Mole auf sich? Mole ist ein typisches Gericht aus Oaxaca. Eigentlich ist es kein Gericht, sondern einfach eine Soße. Allerdings eine spezielle Soße, deren Basis oft Schokolade ist. Klingt komisch, ist es auch ein bisschen. Es gibt sehr viele Varianten der Mole (im Foto über diesem Beitrag seht ihr links eine). In vielen Moles sind Chilis, verschiedene Nüsse, Mandeln und verschiedene Gewürze verarbeitet. In der Mole rojo sind zum Beispiel noch Sesam, Lorbeer, Avocado, Knoblauch, Zwiebeln enthalten. Moles isst man zu allen möglichen Gerichten, nicht nur Enchiladas. Auch Fleisch-, Reis-, Bohnengerichte werden hier in Oaxaca oft mit Mole serviert.

Tortas: Noch zu erwähnen sind Tortas, ebenfalls eine mega leckere Alternative zu Tacos. Wir haben sie an einem alternativen Streetfood-Stand in Cholula gegessen. Eine Torta sieht ein bisschen aus wie ein Burger, das Brot schmeckt ein bisschen wie Foccacia. Als Belag gab es bei uns Pilze und Kohl, die speziell gewürzt oder eingelegt waren. Jedenfalls schmeckte es ein wenig wie Jackfruit. Wir haben noch Zwiebeln und eine scharfe Soße drüber gemacht.

Eine vegetarische Torta mit Pilzen und Kohl.
Eine vegetarische Torta mit Pilzen und Kohl.

Süßigkeiten und Snacks: Ich bin kein großer Fan der Snacks hier. Viele Leute essen immer zwischendurch Chips, es gibt auch ein viel breiteres Angebot an Chips als in Deutschland. Wir haben auch ein paar Mal sehr scharfe aus dem Supermarkt mitgenommen („Chile e Limon“-Geschmack). Die meisten Süßigkeiten sind sehr sehr süß und klebrig. Das Fruchteis (ohne Milch) schmeckt dafür sehr lecker. Meine Lieblingssorte: Maracuja.

Mein Maracuja-Fruchteis (rechts) und Julias Mais Azul-Eis. Schmeckte gar nicht so sehr nach Mais:)

Noch ein paar Worte zu Getränken🙂 Es gibt Bier der Marke „Victoria“, das mag ich natürlich sehr. Aber auch abgesehen vom Namen schmeckt es wirklich gut. Ein bisschen wie ein Helles in München.

Kakao: Trinken hier viele Menschen morgens und essen ein Brötchen dazu. Es gibt Kakao (mit Zucker versetzt), der mit Wasser verschäumt wird und welcher, der – con leche – mit Milch verschäumt wird. Wir hatten den mit Wasser probiert und ich fand ihn schon zu süß. Nicht mein Getränk.. bleibe lieber bei Kaffee.

Es gibt auch viele frische Säfte hier. Zu mehr als „Naranja“ (Orange) hat es für mich noch nicht gereicht. Ich berichte, sobald ich weitere Säfte getrunken habe. Ist ja klar.

Mezcal: Ich dachte immer, Tequila wäre das mexikanische Getränk schlechthin. Tequila habe ich noch nirgendwo in Mexiko richtig präsent gesehen. Ist aber auch logisch: Hier in Oaxaca trinkt man Mezcal, den Schnaps der Agave. Mezcal ist der Überbegriff, Tequila nur ein bestimmter Mezcal.

Die Agavenpflanzen (die den Aloe-Vera-Pflanzen teils ähnlich sehen) müssen etwa zehn Jahre wachsen, bevor sie geerntet werden können, einige Pflanzen müssen auch viel länger noch wachsen. Man verwendet das Innere der Frucht, den Stamm, nicht die Blätter, und es ist nach dem Kochen sehr süß. Es gibt verschiedene Agaven-Sorten, die verschiedene Mezcals hervorbringen. Manche Sorten mixt man auch. Mein Favorit war gleich der erste bei der Verkostung, er heißt „Espadín Perla“, hat 50 Prozent Alkohol und schmeckt rauchig. Mehr als ein Schnapsglas davon würde ich aber nicht trinken.

Es gibt auch eine Reihe an Mezcal-Mixgetränken, bei denen der Mezcal gemischt wird, es gibt viele verschiedene Sorten wie Ananas, Maracuja, Mokka, Pinie oder Tejate (aus Kakao und Honig). Das gibt es nur in Oaxaca. Die Bar der Mezcal-Distillery, in der wir waren, seht ihr als Titelbild. Es gibt viele Mezcal-Fabriken rund um Oaxaca, meist direkt an der Straße, dahinter das Agaven-Feld.

In manchen Mezcals ist ein Wurm in der Flasche, der soll dann etwas rauchiger schmecken. Mezcals mit Schlangen oder Skorpionen in der Flasche sollte man nicht trinken, sie sind zum Einreiben.

Die Einheimischen in Oaxaca sagen, von Mezcal wird man nicht betrunken, sondern verzaubert. Das sagte zumindest unsere Tour-Guide heute. Mal wieder eine schöne Beschreibung der Mexikaner:)

Ein Agavenfeld bei Oaxaca.


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