Nach zwei Tagen in Mexiko City sind wir am Freitagmorgen mit dem Bus nach Puebla gefahren. Das hat erstaunlich gut geklappt. Und die Stadt ist schöner als gedacht, zumindest im Vergleich zur Hauptstadt.
Okay, nächster Tag. Und wieder ganz schön müde. Vielleicht ist es doch noch der Jetlag, der mich so ausknockt jeden Abend. Oder das warme Wetter, die vielen Kilometer zu Fuß…
Heute sind wir mit dem Autobus von Mexiko City nach Pueblo gefahren. Das Terminal zu finden, war sehr einfach – und dann fuhr der Bus auch noch fast pünktlich ab. Echt verrückt. Die Fahrt über lief auf zwei Fernsehern im Bus der Film „The Little Mermaid“ von Disney. Und zwar so laut, dass man sich nicht mehr unterhalten konnte. Leider war die Fahrt kurz vor dem spannend-dramatischen Ende vorbei. Na toll, wer hat sich das denn ausgedacht?! Gut zum Spanisch lernen war es allemal.
In Puebla selbst sprach die Frau an der Rezeption (vielleicht die Chefin?) selbst sehr gut deutsch. Sie habe etwa 20 Jahre lang in Wolfsburg gelebt. Klar, Volkswagen ist in Mexiko ein großes Ding, speziell in Puebla. Hier wurde der VW Käfer gebaut. Auf den Schildern am Busbahnhof stand alles auch auf deutsch.
Die Innenstadt Pueblas ist in etwa so, wie ich mir eine mexikanische Kleinstadt vorstelle: viele kleinere Gassen, bunt bemalte Häuser, viele Straßenstände, Pflanzenkübel, die das Stadtbild grüner und schöner wirken lassen. Kurzum: Alles, was es hier in Puebla gibt, gab es in Mexiko City nicht. Eben noch gelesen, dass Pueblas Altstadt zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Das erklärt einiges.

Hier erinnern noch einige Figuren an den Dia de los Muertes, vor allem Skelette in schönen Kleidern und mit aufwendiger Bemalung. Die Figuren sind aber auch so schön, die können auch länger stehen. In der Innenstadt gibt es viele Stände, ebenso auf dem Mercado artesanal. Man bekommt handgestickte Decken, Tücher, Jacken. Viel Süßkram, Taschen mit Frida-Kahlo-Motiv. Und auch hier das Axolotl, von dem ich inzwischen weiß, dass es nur in Mexiko lebt.
Eine typische Süßigkeit sind Camotes, das sollen süße Kartoffeln sein. Als wir sie probiert haben, war es eher eine Riegelmasse in super süß. Und Pepitas de Santa Clara, die aus einem Keksteig und einer Milchmasse obendrauf bestehen. Beides nicht meins.
Dafür mag ich die scharfen Soßen hier in Mexiko sehr gern. Zum Abendessen waren wir in einem vegetarischen Restaurant (es gibt echt wenige davon in Puebla und wohl auch in ganz Mexiko). Hier habe ich Enchiladas mit einer Käsefüllung und viel Molé gegessen, also Soße in grün, rot (ich tippe auf eine Art Chilisoße) und braun. Aber genug über Essen geredet.

Um 19 Uhr schließen die meisten Restaurants und Streetfood-Stände. Dann sieht man auch nur noch wenige Menschen auf der Straße, ist ja auch schon dunkel – und dann wird es auch schnell kalt. Trotzdem erstaunlich, da ich dachte, dort fängt das Leben erst abends an.
Entdecke mehr von victoriakunzmann
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
da haben wir wohl was verpasst! Hört sich sehr schön an! 😘
LikeLike