Sie lieben Asphalt und Axolotl

Tag 1 unserer gemeinsamen Reise. Tag 1 meines Mexiko-Aufenthalts. Bislang konnte mich Mexiko City noch nicht ganz überzeugen. Vielleicht liegt es an der Asphaltwüste. Vielleicht an seltsamen Angewohnheiten. Vielleicht kommt die Zuneigung noch.

Um ehrlich zu sein: Tag 1 ist schon seit einem Tag vorbei. Wir haben den zweiten Tag abends – jueves, der Donnerstag – und ich bin so kaputt, dass ich es nicht schaffe, einen vernünftigen Text zu schreiben. Disculpe! Heute waren wir – mein Travelbuddy Julia und ich – sogar schon bei den Pyramiden von Teotihuacan. Dazu möchte ich aber gern bei Zeit einen eigenen Beitrag schreiben (die Ausgrabungsstätte war nämlich sehr interessant).

Hier deshalb nur ein paar Gedanken, die ich nach dem ersten Tag in Mexiko City hatte.

  1. Mexiko City ist wahnsinnig groß, wahnsinnig stickig, dampfig, laut. Der Verkehr ist krass, die meisten Autofahrer fahren viel mutiger als in Deutschland. Sie drängeln und hupen und überall stehen Polizisten, die per Trillerpfeife die Autos über die roten Ampeln schieben.
  2. Mit dem Bus fahren bedeutet in Mexiko City: Einfach aufspringen. Die Tür vorn ist immer offen. Dasselbe gilt fürs Aussteigen. Einfach runterspringen. Hoffentlich auf keine Motorhaube…
  3. Die Mexikaner*innen lieben Axolotl. Ich hab ja keine Ahnung, warum, aber dieses Tier ziert jedes Souvenir-Shirt am Straßenrand, Graffiti an der Wand und steht selbst gebastelt im Heiligenschrein. Wer mir sagen kann, was das Axolotl hier so besonders macht, dem ist ein Axolotl-Plüschtier sicher.
  4. Die Asphaltwüste: Hier ist alles versiegelt. Das macht die Stadt extrem heiß. Zwar sieht man immer mal wieder Grünstreifen und auch (angelegte) Parks, aber der viele Asphalt auf Plätzen und die betonierten Wege sogar in den Parks lassen die Luft sehr stickig wirken. Zum frei Atmen nicht besonders gut, denn Smog wird natürlich auch begünstigt.
  5. Tacos, überall Tacos. Die gefüllten Maisfladen gibt es an jeder Straßenecke. Sie sind super klein und alles fällt beim Essen heraus. Ich habe bei Cinco de Mayo drei Stück gegessen und hatte noch Hunger. Leider gab es dort nur eine vegetarische Variante, mit Bohnen, Tomaten, Zwiebeln und Koriander (geil!). Ich halte es für unbedingt notwendig, viel scharfe Soße auf den Taco zu machen, um ihn essen zu können. Sonst schmeckt er leider nach nicht viel. Heute (Jueves) haben wir vegetarische Tacos probiert, mit Seitan und vegetarischem Fleisch, die waren sehr viel besser.
  6. Alles ist sehr günstig im Vergleich zu Deutschland (sorpresa). Ein Taco kostet umgerechnet 1,11 Euro bei Cinco de Mayo. Für drei vegetarische Tacos und ein Getränk habe ich heute 8,50 Euro gezahlt. Mein neuer Rucksack (natürlich ist der alte Handgepäcksrucksack schon am Flughafen in Frankfurt kaputt gegangen) ist von Nike und hat 38 Euro gekostet. Leider habe ich weder das Geld noch die Kapazität (vor allem die) für viele Einkäufe. Für Axolotl-Souvenirs aller Art muss aber natürlich Platz sein.

Hier ein paar Updates nach fast zwei Wochen, die ich vergessen hatte damals:

7. In der Metro gibt es Frauen-Abteile. Das finde ich sehr wichtig, vor allem, weil es Menschen gibt, die und davon abgeraten haben, die U-Bahn zu benutzen. In die Frauen-Abteile, die immer der erste Wagen der Bahn sind, dürfen nur Frauen und Kinder bis zwölf Jahre einsteigen – und daran hält sich auch jeder. Dadurch habe ich mich immer sicher gefühlt. Aber klar, durch die überfüllte U-Bahn-Station muss man trotzdem laufen.

8. Die Polizeipräsenz ist enorm. Mehr als in jeder anderen unserer bislang besuchten Städte. Fast an jeder Straßenecke steht ein Polizist in Uniform, viele mit Maschinengewehr. An den Küstenorten Puerto Escondido und Mazunte haben wir auch Polizei erlebt, aber bei weitem nicht so viel.

9. Das Wetter in der Stadt ist unbeständig. Mal Wind, mal Sonne, morgens und abends kalt, mittags viel zu warm. Meistens muss man mehrere Schichten Klamotten mitnehmen, um immer angepasst zu sein. Generell geht die Sonne schon gegen 17:30 Uhr unter, also sehr früh. Danach kühlt das Wetter ab.

10. Damit sind wir auch beim nächsten Punkt: Sobald es dunkel ist, ist auch gefühlt nichts mehr los. Und zwar sowohl in der Stadt als auch an der Küste. Es ist ein Rätsel für uns, wann und wo die Mexikaner*innen zu Abend essen und wo man sich aufhalten kann, um mehr Menschen zu begegnen. Ich dachte immer, dass Menschen in südlicheren Gegenden als Deutschland erst deutlich später abends essen und feiern. Somit unterwegs sind.


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