Die Kabira Bay nahe unserer Unterkunft in Ishigaki ist ein bekannter Tauchspot, um Mantas zu sehen. Einen Tauchschein habe ich jetzt, die Mantas haben wir aber leider nicht gesehen.
Es gibt viele Möglichkeiten, einen Einstieg in diesen Text zu finden, immerhin haben wir viel erlebt in den vergangenen Tagen. Ich probiere es mal so: Hier, im Norden der Insel Ishigaki, gibt es wirklich nicht besonders. Nicht besonders viele Menschen, Touristen, Hotels. Warum die Kabira Bay dennoch bekannt ist: In der Bucht leben Mantas, in „Manta City“, wie der Tauchspot heißt. Im Deutschen heißen sie auch „Teufelsrochen“, sie sind so ziemlich die größten und beeindruckendsten Rochen, die es gibt. Und es sieht wahnsinnig toll aus, wie sie durch das Wasser „fliegen“, wie ein fliegender Teppich (das ist jetzt mein träumerischer Vergleich).
Also, wir wollten die Mantas sehen. Nicole geht in (nahezu) jedem Urlaub Tauchen, ich habe mich entschieden, einfach einen Tauchschein hier zu machen. Obwohl das „einfach“ doch gar nicht mal so einfach ist. Da der „Fun Dive“, also der geführte Tauchgang zum Spaß, auch teuer ist, dachte ich mir, kann ich gleich in eine Lizenz investieren, mit der ich später wieder tauchen gehen kann. Der Open-Water-Kurs ging drei Tage für mich, beinhaltete Theoriestunden im Pool der Tauchschule (bzw. eines Luxushotels) und vier geführte Tauchstunden mit Instructor. Danach Test, danach Schein.
Wirklich vorbereitet fürs Wasser und fürs Allein tauchen fühle ich mich nach vier Tauchgängen nicht. Wie auch – mein Instructor hat sich bislang um alles gekümmert. Ich musste nicht einmal die Sauerstoffflasche aufdrehen (habe ich dann zumindest zum Üben trotzdem gemacht). Die Tauchgänge aber waren unglaublich! Es hat sich komischerweise sehr natürlich angefühlt, als würde ich genau das schon mein Leben lang tun.
Dass ich es nicht mein Leben lang tue, haben alle meine Dive-Buddies gesehen, als ich mit Knien und Kopf in der Höhle gegen Stein und (harte) Korallen schwamm und es einmal nicht mehr schaffte, unten am Boden bei den anderen zu bleiben. Stattdessen trieb ich wie Tante Magda nach oben, mein Instructor hielt zum Glück meine Flosse fest und zog mich wieder nach unten. Buoyancy Control nennt man das beim Tauchen. Gleichgewicht halten. Überhaupt ist das Spiel mit dem Gleichgewicht in der gefühlten Schwerelosigkeit im Wasser sehr lustig: Zum ersten Mal fühle ich mich wirklich leicht, kann mich (in Zeitlupe) drehen, nach hinten und nach vorn fallen lassen. Wenn ich einatme, steige ich nach oben, beim Ausatmen sinke ich wieder. Puste ich meine Tauchweste ein Stück auf, steige ich auf, lasse ich Luft heraus, treibt es mich nach unten. Wahnsinn!
Als wäre das nicht verrückt, haben wir auch noch Tiere im Wasser gesehen! Fische! Viele kleinere und größere, blaue, grüne, orangefarbene mit großen und kleinen Augen, Seeschlangen (die wohl sehr giftig sind) und einen Rauchen, der direkt an mir vorbeischwamm! Da traute ich mich kaum zu atmen!
Die Mantas haben wir aber leider auch an mehreren Tauchtagen nicht gesehen. Unsere Tauchlehrer haben uns davon erzählt, dass sie sie gestern Nachmittag gesehen haben. Einem bestimmten Muster folgen die Mantas aber nicht. Wann man sie sieht, ist nicht vorhersehbar. Für mich war es nicht so schlimm, die ersten Tauchgänge haben mich auch so geflasht. Das will ich unbedingt wieder machen!
Morgen verlassen wir die Insel nach fünf Tagen wieder. Ohne Mantas, dafür mit Tauchschein. Auch gut.
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