Ihr werdet es nicht glauben, aber der Frühling hat sich durchgesetzt in Helsinki. Bei so viel Sonnenschein bekomme ich fast Sonnenbrand, doch der Wind ist weiter heimtückisch. Und geschneit hat es zwischendurch natürlich auch mal wieder.
Ein kurzes Update von mir. Nachdem mir WordPress – nur latent Druck machend natürlich – anzeigt: Elf Tage sind seit Veröffentlichung deines letzten Beitrages vergangen. Was habe ich gemacht seitdem? Nun. Ich saunierte und eisbadete vorzüglich (was ist die Ostsee nur warm geworden in den letzten Wochen!), verbrachte meinen Geburtstag im Zoo, begab mich in die unterirdischen Bunkeranlagen Helsinkis (die Texte liefere ich bald, hoffentlich) und verzweifelte an Finnisch-Hausaufgaben. Puhun suomea huonosti. Mein Finnisch ist miserabel.
In der letzten Stunden war ich so durcheinander, dass ich, als ich von unserer Lehrerin aufgerufen wurde, die Wörter „sitzen“ und „leben“ verwechselte. Woraufhin sie mir in aller Stocksteife (wie Finninnen manchmal eben so sind) erklärte, dass Yriö weder im Café, noch auf der Parkbank lebt. Ups. Kommenden Mittwoch findet die Klausur statt. Drückt mir die Daumen, dass ich bis dahin weiß, dass Yriö in Vaasa lebt (asuu) und auf der Parkbank sitzt (istuu).
Während ich also gerade die meiste Zeit in Innenräumen brüte – ein Essay über feministische Außenpolitik ist ebenfalls in der Entstehung – zeigt Finnland, wie schön der Frühling auch hier sein kann. Und er ist fabelhaft! Entschuldigt meine vielen Sätze über das finnische Wetter – aber da ich hier von Schneesturm bis fünfzehn Grad und Sonne alles erlebt habe und so vieles vom Wetter abhängt – kann ich einfach herrlich darüber philosophieren. Gestern startete mit viel Sonnenschein, später verdunkelte sich der Himmel, Weltuntergangsstimmung setzte ein. Dann ein paar Schneeflocken. Eine Viertelstunde später war der Himmel wieder blau und die Sonne strahlte.

Auch wenn die Bäume noch nicht so richtig schön blühen und es morgens und abends – und wegen des Windes auch sonst immer – noch so richtig kalt sein kann, freue ich mich auf viele Outdoor-Abenteuer im Mai, Wanderungen im Nationalpark, Radltouren und den ultimativen Trip nach Stockholm (16 Stunden Fährfahrt – yey!). Gestern kam auch schon die Auszugsmail des Studentenwerks. Am 31. Mai, also in genau einem Monat, ist hier finito. Also: Die Tage sind gezählt.

Zur Feier des Tages rasten die Student*innen, nicht nur die Austauschstudent*innen, sondern alle, hier komplett aus. Heute ist nämlich Vappu, das größte Studentenfest Finnlands. Traditionell am 30. April und am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, der auch hier Feiertag ist. Ich bin gespannt und werde berichten. Ein Ticket für Heidis Bier Bar heute Abend habe ich übrigens auch, die Coronainfektion ist vermutlich im Preis inbegriffen. Aber ich will die letzten Tage ja genießen. Und: Aurinko paistaa! Die Sonne scheint! Immerhin das kann ich auf finnisch sagen.
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Super tolle Bilder
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