Mein erster richtiger Tag in Helsinki. Ein Tag voller Sonne! Plusgrade! Meer! Diese Stadt scheint es gut mit mir zu meinen. Grau-eisig-windige Tage assoziierte ich mit Helsinki im Januar – wer weiß, vielleicht liegen sie noch vor mir.
Schon nach anderthalb Tagen ist mir klar, dass die Lammfell-Nubukleder-Winterschuhe nicht nur fürs Hochgebirge geeignet sind, sondern genau das richtige Schuhwerk für den finnischen Schneematsch sind. Denn die Straßen sind zwar frei, die Gehwege aber ein gefährliches Pflaster. Es ist nicht nur mühsam, den 23-Kilo-schweren Koffer durch den aufgestauten Schneeberg am Straßenrand zu ziehen. Schon das Gehen ohne Gepäck ist schwer genug: überall vereiste Stellen, teils von Schnee bedeckt, die das Vorwärtskommen zur Rutschpartie machen. Hilft nur: Watscheln wie ein Pinguin.
Wenn man den richtigen Gang gefunden hat, kommt man recht schnell voran: Helsinki ist überschaubar. In etwa einer Dreiviertelstunde läuft man von der „Westküste“ durch die Innenstadt zur „Ostküste“. Helsinki ist eine Art Halbinsel, drei Seiten sind von Meer umgeben. Obwohl das Meer im Winter nicht zu sehen ist. Alles ist zugefroren, Menschen gehen auf dem Eis walken, spazieren, mit dem Hund Gassi. Es wirkt surreal, auf das Meer zu schauen. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Aussicht verändert, wenn das Eis taut.
Heute hatte es etwa drei Grad, das war selbst für mich nicht kalt. Und die Sonne ließ es sogar noch wärmer wirken. Fies kann es aber werden, wenn sich der Wind meldet. Zum Glück hat er das bisher kaum. Kommende Woche soll es wieder kalt werden. Obwohl die Finn*innen mich wohl auslachen, wenn ich bei Temperaturen von minus fünf Grad von „kalt“ spreche. Vergangene Woche hatte es wohl um die minus achtzehn Grad.
Das war eine kleine Helsinki-Einführung:) In den kommenden Wochen soll es um die Stadt, die mehr oder wenigen seltsamen und sympathischen Eigenheiten der Finnen, die fiese finnische Sprache und den Uni-Alltag gehen. Stay tuned 🙂
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